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Wann ist es an der Zeit Menschen loszulassen, sich von emotionalem Ballast zu trennen und getrennte Wege zu gehen ?

5. November 2020

Hey & Hallo!

Menschen die einem nahe stehen loszulassen und getrennte Wege zu gehen ist nicht einfach. Es ist schwer. Es ist verdammt schwer! Aber manchmal leider auch ein unausweichlicher Schritt. Viele sagen, es funktioniert in der Realität nicht, doch das stimmt nicht. Es gibt Menschen die einem am Herzen liegen - egal ob das der Partner oder eine Freundin ist. Doch manchmal kommt man an einen Punkt, da passt es einfach nicht mehr. Man hat keinen gemeinsamen Nenner mehr, versteht sich nicht mehr, hat sich in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt... Manchmal liegt auch ein Streit zu Grunde und man sieht einen Menschen plötzlich komplett anders und alle Kraft, Zeit, Mühe & Nerven die man dahin steckt alles wieder gut werden zu lassen scheitert.


Ich selbst habe diese Erfahrung mit einer Freundin gemacht. Sie war jahrelang meine beste Freundin. Wir haben jeden Tag miteinander verbracht. Früher noch nach der Schule, dann ging es für uns beide ins Berufsleben in die Ausbildung und auch da haben wir jeden Tag nach Feierabend etwas gemacht. Das Wochenende haben wir nahezu auch vollständig miteinander gebracht und haben jeweils bei der anderen quasi 2 Tage gewohnt. Wir saßen ständig auf einander und man könnte meinen es liegt daran, weshalb es nicht auf Dauer funktioniert hat. Aber das war es nicht. Sie lag mir sehr am Herzen. Wir haben zusammen gelacht, zusammen geweint und sehr vieles miteinander durchgemacht. Wir waren ein Herz und eine Seele. In Guten wie in schlechten Zeiten, wie man so schön sagt. Wir waren füreinander da, haben uns gegenseitig geholfen und alles gemeinsam gewuppt. Ganz egal was auf uns zugekommen ist. Wir haben alles gemeinsam geschafft.



Doch dann kam ein einziges Ereignis, das uns getrennt hat. In meinem Leben ist etwas passiert was nicht schön war. Ein geliebter Mensch ist gestorben. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich einfach nur eine Schulter zum ausheulen gebraucht, jemand der einfach da ist, mit dem ich reden kann und einfach eine Zeit lang traurig hätte sein können. Zum gleichen Zeitpunkt hatte meine Freundin damals Stress mit einem potentiellen Kerl, mit dem sie gerne zusammengekommen wäre. Ich wollte mein Problem, den Verlust eines Menschen, nicht über ihr Problem stellen - denn jedes Problem ist es wert sich anzuhören, doch wenn wir ehrlich sind: Einen Menschen zu verlieren ist härter als Stress mit einem Kerl zu haben. Sie hatte kein Ohr für mich, sie war nicht für mich da - und das hat unsere Freundschaft zerstört. Ich konnte und kann es ihr bis heute nicht verzeihen, dass sie in dieser für mich schwierigen Zeit so egoistisch war. Daran zerbrach unsere Freundschaft letztlich. 


Einige Jahre später sind wir wieder in Kontakt gekommen. Fragt mich nicht wie das passiert ist. Aber nach einigen Jahren haben wir uns wieder über Whats App geschrieben und hatten beschlossen uns noch einmal zu treffen, über alles zu reden und alles hinter uns zu lassen. Wir haben uns einige Male getroffen - jedoch mit sehr großem zeitlichen Abstand von ein paar Monaten zwischendrin. Sagen wir es so: Wir haben uns beide weiterentwickelt, sind mittlerweile älter und reifer geworden. Bei jedem einzelnen Treffen kam ich mir falsch vor. Ich wollte und konnte ihr nichts persönliches von mir erzählen und habe sie nicht (mehr) teilhaben lassen an dem was in meinem Leben so passiert. Ich habe ihr nicht erzählt, dass ich mittlerweile einen Blog habe, dass ich damit einigermaßen erfolgreich bin, habe nicht erzählt dass ich seit einigen Jahren einen wundervollen Freund habe, von zu Hause ausgezogen bin und mein Leben eigentlich so ziemlich perfekt läuft. Ich wollte ihr das nicht sagen, keine Ahnung warum. Ich habe es versucht und versucht und obwohl ich kein nachtragender Mensch bin, hatte ich ihr einfach nichts mehr zu sagen. Es hat sich falsch angefühlt Zeit mit ihr zu verbringen bzw zu verschwenden, wenn ich die Zeit besser nutzen konnte. Sie hat sich sehr angestrengt alles wieder werden zu lassen wie früher - doch ich war still. Ich konnte kaum etwas sagen. Ganz untypisch für mich. 


Ich muss aber sagen, dass diese paar Treffen mir sehr geholfen haben die Sache und die ehemalige gute Freundschaft abzuschließen und final zu verarbeiten. Ich habe mich häufig gefragt wie es ihr wohl geht, ob sie heute anders handeln würde und was sie so zu sagen hätte. Nun weiß ich es und weiß auch, dass unsere Freundschaft definitiv beendet ist. Ich denke es war für uns beide wichtig zu sehen, dass wir uns mittlerweile in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt haben und einfach nicht mehr zusammen passen. Was ich euch mit dieser Geschichte - die im übrigen so einige Jahre zurück liegt, also keine Panik mir geht es bestens - sagen möchte ist, dass es okay ist sich von Menschen zu trennen. Es ist normal, dass man aufgrund von bestimmten Ereignissen oder weil man sich einfach auseinander gelebt hat und keine Gemeinsamkeiten mehr hat, sich von geliebten Menschen trennt. Es ist nicht einfach. Es ist mit viel Herzschmerz verbunden, klar, aber es kann befreiend sein. Es kann so befreiend sein sich von einem emotionalem Ballast zu trennen, getrennte Wege zu gehen und voraus zu schauen. Getrennte Wege zu gehen, auch wenn es Herz- und Seelenschmerz bedeutet, ist in manchen Fällen einfach besser. 


Manchmal halten wir an Freunden, Bekanntschaften oder Liebesbeziehungen fest, die nur in Gedanken funktionieren aber nicht in der Realität. Man mal sich die Dinge in Gedanken schöner aus, als sie letztlich in der Realität sind. Manchmal sieht man die Tatsachen einfach zu verschwommen und zu realitätsfern. Doch alle Probleme und wenn sie noch so unwirklich erscheinen, kann man überwinden. Alles andere wäre einfach zu naiv und würde nicht der Wahrheit entsprechen. Es ist normal, dass manche Menschen nur unseren Weg kreuzen, damit wir etwas lernen und nicht um uns ein Lebenlang zu begleiten. Manche Menschen bringen auch ausnahmslos das schlechte in einem zum Vorschein und tun einem einfach nicht gut. Auch durch diese Menschen lernt man, vor allem über sich selbst. Egal ob das nun Wut, Ärger, Ablehnung oder Enttäuschung ist, es kann alles dabei sein. Seht die Erfahrung von einer Person von der ihr euch trennen möchtet als Erfahrung. Das Geschehene und Gelernte kann dadurch besser verarbeitet werden. 



Wann ist der richtige Punkt gekommen um Menschen loszulassen ?

Wenn ihr merkt, dass euch die andere Person mehr schadet als gut tut ist das schon einmal ein Indiz dafür, dass definitiv Klärungsbedarf besteht. Es macht zwar auch durchaus Sinn aus Erfahrungen einen Lerneffekt zu erzielen aber es passiert oftmals plötzlich, dass man spürbare Wunden hat und sich fragt warum eine Freundschaft oder eine Beziehung so weh tut. Warum macht dich eine Person so traurig oder wütend ? Und die daraus resultierende Antwort ist bei weitem nicht immer schön, nicht angenehm und will man manchmal vielleicht auch nicht wahrhaben oder realisieren. 


Aber es bringt uns im Leben weiter. Auch wenn es eine unangenehme Erfahrung ist, die ich auch gerne jedem ersparen würde, aber man lernt daraus. Und meistens ist es auch ein Hinweis dafür, dass etwas in uns selbst zunächst geklärt werden muss. Denn so viel Wut oder Trauer diese Menschen auch in uns auslösen mögen, es ist unsere eigene Unordnung und letztlich unser eigenes Problem, dass diese Person diese Gefühle in uns auslöst. Menschen sind nunmal so wie sie sind und sie lassen sich auch (in den meisten Fällen) nicht ändern. Und das sollte man auch nicht versuchen, denn manchmal passt es einfach nicht. Weder in einer Freundschaft, noch in einer Beziehung. Wenn wir andere Personen für unsere eigene Wut und Trauer verantwortlich machen, stellen wir uns zugleich als Opfer dar und verurteilen andere anstatt an uns selbst zu arbeiten. Man muss lernen irgendwann selbst die Verantwortung für die eigene Gefühlswelt zu übernehmen.


Solche Erfahrungen helfen uns dabei, schneller zu uns selbst zu finden. Zu erkennen wer wir wirklich sind, was wir vom Leben, von anderen Menschen, von Beziehungspartner erwarten und wollen und was nicht. Also: Grenzen setzen, danke sagen und weiterleben. 



Habt ihr diese Situation auch schon einmal erlebt ?

Wie seid ihr damit umgegangen ?



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