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Du musst nicht immer funktionieren! Pausen zu brauchen und diese auch zu fordern ist vollkommen normal und nicht verwerflich

19. Oktober 2020


Hey & Hallo!
Früher - und damit ist vor meiner Blogger Zeit gemeint - habe ich das Wochenende dazu genutzt um Feiern zu gehen, mit meinen Mädels zu chillen, Ausflüge zu machen oder aber auch sehr gerne dazu um zu Hause die Möbel zu verrücken und auszumisten. Heutzutage arbeite ich öfters Mal am Wochenende und auch wenn ich es mir fest vornehme am Wochenende mir mehr Freizeit zu nehmen steht dann doch oftmals das ein oder andere an. Ich brauche das Wochenende seit einigen Monaten wirklich sehr um wieder Kraft zu Tanken und meine Akkus wieder aufzuladen. Und gerade am letzten Wochenende wurde mir mal wieder bewusst, wie sehr das Bloggen mein Leben bestimmt. Denn ich musste unbedingt noch einiges fertig machen was eine Deadline hatte und meine doch so begrenzte Freizeit am Wochenende wurde mal wieder auf das Nötigste reduziert. 

Treffen mit Freunden sind für mich eine willkommene Abwechslung und ich freue mich immer sehr, sie alle wieder zu sehen. Manchmal liegen zwischen den einzelnen Treffen Wochen und im schlimmsten Fall sogar teilweise Monate. Es ist nicht immer so einfach regelmäßig zusammen zu kommen. Denn jeder hat mittlerweile sein eigenes Leben, ist beschäftigt und versucht auch nur Familie, Job und Hobbies unter einen Hut zu bringen. Umso schöner ist es dann, wenn doch mal ein Termin zu stande kommt. Und so sehr ich mich auf der einen Seite auch freue mich Abends nach der Arbeit mit meinen Mädels zu treffen, genauso sehr würde ich teilweise die Treffen auch einfach nur absagen und mich einfach nur auf die Couch legen und ausruhen.

Ich erzähle euch mal ein Beispiel. Es ist Donnerstag Nachmittag - ich bin von der Arbeitswoche bereits so geschafft, dass ich nicht mal mehr meinen eigenen Namen weiß. Endlich Feierabend. Der Laptop wird zugeklappt und weggeräumt. Ein kleiner Blick auf die Uhr - uff, noch genau 10 Minuten um mich frisch zu machen, denn ich muss ab in die Stadt auf ein Coffee Date. Gesagt, getan. Angekommen, eine mega tolle Zeit gehabt aber so dermaßen fertig, dass ich am nächsten Tag kaum aus den Federn komme. Während dem Treffen musste ich ein paar Mal gähnen, ich war einfach fix und fertig. Meine Freundin sagte letztendlich dann zu mir: "Warum hast du nicht einfach abgesagt und hast dich auf die Couch gelegt ? Wir hätten das Treffen doch verschieben können. Du musst doch für mich nicht funktionieren". 


Ich freue mich auf diese Treffen mit meinen Freunden und Freundinnen, bin aber oftmals so fertig vom (Arbeits-) Tag, dass ich eigentlich am liebsten nach der Arbeit nur auf die Couch möchte. Da ich aber selten raus komme aus meinem Home Office Trott bin ich froh um jede Gelegenheit bei der ich draußen was unternehmen kann. Und ich möchte meine Freundinnen ja auch sehen und Zeit mit ihnen zu verbringen, aber es ist oftmals so wie mit dem Fitnessstudio - keine Lust hinzugehen aber wenn man dann mal dort ist, ist es einfach genial. Aber dieser Satz den meine Freundin sagte "Du musst doch für mich nicht funktionieren" hat mich Wochenlang beschäftigt - und genau aus diesem Grund schreibe ich heute auch diesen Beitrag, denn ich muss es einfach loslassen und rauslassen. Sie hat nicht von mir erwartet zu funktionieren - nur ich selbst erwarte das von mir.

Ich selbst sage mir: Du musst funktionieren!
Ich bin ehrlich mit euch, es ist bei mir wirklich ständig so: Ich denke, ich muss funktionieren. Muss diese Situation jetzt durchstehen und durchziehen. Ich kann andere nicht vor den Kopf stoßen, ich kann Treffen nicht absagen nur weil ich müde bin oder gerade eben keine Lust habe das Haus zu verlassen. Das geht nicht, da habe ich eine innere Blockade. Genauso wie ich mich in der Arbeit nicht krank melden würde nur weil ich kein Bock habe aus dem Bett aufzustehen oder ich Kopfschmerzen habe. Das sind für mich weder Gründe die Arbeit zu schwänzen noch Gründe um Treffen mit Freunden abzusagen. Damit ich ein Treffen absage muss wirklich schon etwas vorgefallen sein, dass es mir zu dem Zeitpunkt beim besten Willen nicht möglich macht. Aber wisst ihr was eigentlich das Problem an der ganzen Geschichte ist ? Ich stoße zwar anderen nicht vor dem Kopf, aber dafür regelmäßig mir selbst. Das was ich anderen nicht antun würde, tue ich mir selbst ständig an. Doch warum ist das so ?

Warum halte ich meine eigenen Grenzen nicht ein ?
Früher noch dachte ich, wenn du mal Erwachsen bist, dann bist du viel vernünftiger und hörst mehr auf dich und deinen Körper. Dann gönnst du dir eine Pause, wenn du eine brauchst und tust nur das, was Erwachsene eben so tun und weißt wie der Hase läuft. Als ob man eine magische Grenzen übertreten würden wenn man die 30 Jahre überschreitet. Als wäre man dann offiziell Erwachsen und wüsste dann und auch wirklich erst dann, was man vom Leben will und was das Richtige ist. Blödsinn! Ich bin ständig die Person, so zumindest sagen es mir meine Mitmenschen, die (meistens) freundlich ist, gut gelaunt ist, alles schaffen kann, super diszipliniert ist und die so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Von unserer Gesellschaft bekommen wir ja auch genau das jeden Tag vorgelebt, aber mir persönlich gelingt zumindest der Eindruck all das zu repräsentieren aber nicht immer das ganze auch für mich selbst so in die Praxis umzusetzen. 

Man muss nicht immer funktionieren
Dass es wirklich absolut schrecklich ungesund ist nicht auf sich selbst und seinen Körper zu hören, wissen wir insgeheim doch eigentlich alle, oder ? Ich bin leider wirklich sehr gut darin nicht auf meinen Körper zu hören oder sagen wir einmal, ihn zu ignorieren. Funktionieren, für andere funktionieren, bloß keine Schwäche zeigen, bloß niemals egoistisch sein... und genau mit diesen Schwächen habe ich nun zu kämpfen und es ist an der Zeit wieder etwas egoistischer zu sein. In einem gewissen Rahmen ist das ja auch nichts schlechtes. Es ist definitiv nicht verwerflich sich um sich selbst zu kümmern und auch das ein oder andere Mal für sich selbst einzustehen und sich selbst so zu behandeln wie man andere behandelt. Nämlich mit dem nötigen Respekt und Ehrlichkeit.



Habt ihr auch das gleiche Gefühl wie ich ?
Müsst ihr auch immer funktionieren und stellt euch selbst zurück ?



Kommentare on "Du musst nicht immer funktionieren! Pausen zu brauchen und diese auch zu fordern ist vollkommen normal und nicht verwerflich"
  1. Wow.. ich bin begeistert von Deiner Einstellung... Das ist ja Deine Stärke, wenn Du Dienen Willen für die anderen überlegen kannst...

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  2. Mir gefällt wie Du schreibst. So ehrlich kann nicht jeder sein. Egoismus zu überwinden ist nicht einfach und es gelingt nicht jedem..

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