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Blogger 1x1: Meine 5 „dümmsten“ Kooperationsanfragen – damit müssen sich Blogger, Influencer & Co wirklich rumschlagen

3. August 2019

Hey & Hallo!
Heute soll es im Blogger 1x1 um ein Thema gehen, das oftmals nicht so thematisiert und angesprochen wird. Man sieht sie überall – die Werbung und die somit dahinter stehenden Kooperationen. Doch mit was man sich oftmals fernab von fertigen werblichen Blogposts herum schlagen muss, ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Für viele (noch) kleinere Blogger sind Kooperationen oftmals noch in weiter Ferne und man stellt sich das alles so wunderbar und toll vor. Doch sobald man ein paar Jahre im Blogger Game dabei ist und ein paar erfolgreiche Werbepartner hatte, kommt irgendwann der Punkt an dem täglich so viele Angebote und Mails in das Postfach flattern, dass das aussortieren und abwägen oft nicht so einfach ist. Um euch, bei mir persönlich, mal eine Zahl nennen zu können: pro Tag sind das in etwa 10 – 20 Anfragen. Die Anzahl variiert natürlich. Und sicherlich ist das von der Menge auch von Person zu Person unterschiedlich, aber so sieht es bei mir zumindest aus. Von all den Anfragen die täglich rein kommen, werden bereits 80% direkt abgesagt bzw aussortiert. Bei den restlichen 20% gehe ich gerne ins direkte Gespräch mit den Firmen – davon kommen dann allerdings wiederrum nur die Hälfte auch zu Stande. Warum von den ausselektierten 20% aber nur die Hälfte zu Stande kommt, liegt ganz oft an den Firmen selbst. Seien es unrealistische Erwartungen, Anforderungen die ich nicht bereit bin einzugehen oder einfach dreiste Angebote. Ein paar meiner „best of“ Anfragen, die ich entweder einfach nur zum Lachen (oder weinen) finde sowie ein paar unverschämte Anfragen, habe ich euch einfach mal gesammelt unten kurz erläutert. Vielleicht ist ja der ein oder andere Schmunzler für euch dabei oder wir können uns gemeinsam über ähnliche Angebote austauschen.



PLATZFÜLLER

Obwohl ich auf meiner allgemeinen Info Seite auf dem Blog den Vermerk stehen habe, dass ich keine fremd geschriebenen Beiträge auf meinem Blog veröffentliche, kommen immer wieder Firmen ums Eck die fertige Beiträge in den Umlauf bringen wollen. Für mich kommt so etwas grundsätzlich nicht in Frage, aber letztens hatte ich eine ganz besonders dumme Anfrage. Eine Firma bot mir also einen fertigen Artikel an und hatte gefragt was meine Konditionen sind. Ich muss ehrlich gestehen, ich hatte die Anfrage erst falsch verstanden und mir war nicht klar, dass der Artikel vorgeschrieben war – ich dachte ich sollte zu einem entsprechenden Thema (in diesem Fall Beauty Genre) einen Blogpost verfassen. Daher habe ich der Firma mein Media Kit zugesandt und auf Rückantwort gewartet. Als Antwort erhielt ich die Info, dass der Artikel erstens schon fertig geschrieben ist und dass sie zweitens gar kein Budget für eine Vergütung haben. Das heißt, die Firma wollte, dass ich einen (für mich fremden) Artikel auf meinem Blog veröffentliche ohne Gegenleistung. Sie wollen also von meiner mühsam aufgebauten Leserschaft und von meiner Reichweite profitieren – mir dafür aber nichts zukommen lassen. Sie meinten sie wären auf der Suche nach Bloggern die froh sind, wenn man ihnen Arbeit abnimmt und sie selbst „nichts fertigen müssen“. Da hat es mir echt die Schuhe ausgezogen – ich habe geantwortet mit der Frage ob sie denn auch bei Pro7 anfragen würden ob sie 2 Minuten Werbepause umsonst bekommen, in der Hoffnung Pro7 wäre froh, dass sie die Werbepause füllen können. Daraufhin kam dann kein Feedback mehr – verständlicherweise, wenn ich ehrlich bin. Ich finde solche Anfragen wirklich mega frech. Losgelost einmal von vorgefertigten Beiträgen. Ich kann doch nicht so dreist sein, und durch jemand anderen profitieren wollen aber nichts dafür zurück geben wollen. So etwas bekomme ich leider einfach nicht in meinen Kopf und kann wirklich nicht verstehen, warum es Blogger gibt, die auf solche dummen Angebote auch noch eingehen. Einen fremden Text auf meinem eigenen, mühsam und liebevoll aufgebauten Blog zu veröffentlichen geht gar nicht. Dafür ist mir mein „Baby“ viel zu wertvoll und ich würde niemals das Zepter aus der Hand geben und jemand fremdes darüber entscheiden lassen.



SWINGER CLUB

Ja, in der Tat! Der Titel dieses Abschnittes drückt eigentlich bereits alles aus. Ich habe eine Anfrage von einem Swinger Club in Österreich erhalten. Sie fragten mich, ob ich Interesse an einer Zusammenarbeit habe. Und diese Mail kam bereits ziemlich zu Anfangs zu meiner Blogger Zeit. Ich war total baff, dass mich ein Swinger Club anschreibt – denn mit Content dieser Art habe und hatte ich ja überhaupt nichts am Hut. Interessehalber, ich bin einfach zu neugierig, habe ich dann allerdings mal nachgefragt, wie sie sich das überhaupt grundsätzlich vorstellen würden. Im Endeffekt hätten sie nur eine Verlinkung zu ihrem Club in einem meiner Blogposts gewünscht und hätten dafür unrealistisch viel Geld bezahlt, nämlich über 1.000€ und das war für mich zu meiner Blogger-Beginn Zeit eine Summe, die ich im ganzen Jahr über nicht verdient hätte. Aber Geld ist nicht alles und da auf meinem Blog nie ein Link zu einem Swinger Club gepostet wurde – wurde die Anfrage offensichtlich auch nicht angenommen. Ich verstehe nur bis heute nicht, weshalb genau ich auserwählt wurde, da mein Content (damals hauptsächlich und überwiegend Beauty & Kosmetik) überhaupt keine Schlüsse geben hätte können, dass Interesse an so etwas besteht. Und ich muss auch dazu sagen, dass aus wirtschaftlicher Sicht für den Club an sich, diese Werbeplatzierung keinerlei Sinn ergeben hätte und die bezahlte Vergütung werbetechnisch nicht wieder reingeholt werden könnte – denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Blog Leser die Swatches zu bestimmten Lippenstiften sehen wollen würden ebenso auf der gleichen Plattform auf der Suche nach einem österreichischem Swinger Club sind.



UNSCHÖNES GEMÜSE

Eine Firma aus dem Food Bereich, es geht um unschönes Gemüse, hatte mir eine E-Mail geschrieben und gefragt ob Interesse an einer Zusammenarbeit besteht, da sie das was ich poste toll finden und sie mich gerne als Partner für ihre Marke gewinnen möchten. Da ich das dahinter stehende Konzept ziemlich toll finde und auch die Message die dahinter steht gerne unterstützen wollte, habe ich die Zusammenarbeit gerne zugesagt. Es liefen ein paar Mails hin und her, es wurde besprochen wie wir eine Kooperation gemeinsam umsetzen, was gepostet wird und so einige andere organisatorische Dinge. Es wurde also bereits einige Zeit investiert um eine gemeinsame Umsetzung zu besprechen die für beide Parteien Gewinn bringend ist. Die Firma hatte mir dann von sich aus angeboten, dass sie mich für den besprochenen Content den wir besprochen haben und den ich posten würde „entschädigen“ möchte. D.h. bei dieser Kooperation wäre neben Produkt Samples auch noch eine Barvergütung im Raum gestanden. Ich wurde gefragt was ich mir vorstelle bzw was ich für den besprochenen Content nehmen würde. Ich habe der Firma also mein Media Kit zukommen lassen, in dem alles zu meinen Konditionen steht. Es kam dann eine längere Zeit keine Rückmeldung mehr, also habe ich einmal nachgefragt wie der Stand der Dinge ist und ob sie mein Media Kit bereits prüfen konnten. Als Antwort erhielt ich dann folgendes: „Eine Zusammenarbeit ist nicht in unserem Sinne. Dein Content passt zu unserer Marke nicht“. Ähm.. ok ?! Ich konnte es mir nicht verkneifen, denn auf diese Antwort musste ich einfach erwidern, weshalb sie mich anschreiben und fragen ob ich Interesse an einer Kooperation habe, diverse Emails hin und her schreiben und mir quasi wertvolle Zeit stehlen die ich durchaus sinnvoller hätte nützen können, wenn sie letztlich gar kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit mir haben ? Und mein Content angeblich jetzt auf einmal nicht mehr zur Marke passt ? Bei solch dummen Antworten frage ich mich wirklich, ob sich vorher überhaupt mal jemand meinen Blog / Instagram angesehen hat, bevor man so viel Zeit und Mühe in die Vorbesprechung einer Kooperation steckt. Ich bekomme es leider nicht in meinen Kopf, wie man bei einem Blogger anfragen kann um kurz vor knapp zu sagen, „du passt nicht zu unserer Marke“. Im Nachgang habe ich besagte Firma allerdings bei vielen anderen Instagram Profilen gesehen, die mit (gesunder) Ernährung oder Essen im Allgemeinen gar nichts am Hut haben. Schon komisch, oder nicht ?



EXKLUSIV VERTRAG

Eine Beauty Firma mit der ich schon öfters zusammen gearbeitet habe und auch bis dato immer viel von der Marke und den Produkten gehalten habe, hatte mich in jüngster Vergangenheit ziemlich enttäuscht. Die Firma hat mich darauf angesprochen, ob ich einen Exklusiv Vertrag mit ihnen eingehen würde. Konkret hätte dies bedeutet, dass ich im Bereich Beauty (Pflege + Kosmetik) exklusiv für diese Firma in regelmäßigen Abständen Werbung hätte machen sollen aber auf meinen sozialen Plattformen keinerlei andere Kosmetik Marken (alles – und damit war auch wirklich alles gemeint - aus dem Bereich Beauty und das für ein komplettes Jahr über!) hätte erwähnen, zeigen oder promoten dürfen. Solchen Exklusiv Verträgen bin ich grundsätzlich sehr negativ gegenüber eingestellt. Denn ich probiere gerne neue Produkte aus und lasse mich inspirieren und berichte dann natürlich auch gerne über meine Erfahrungen und stelle meinen Lesern und Abonnenten diese vor. Es gibt schließlich so viele tolle Beauty Produkte auf dem Markt die mein Interesse wecken und ich ausprobieren möchte. Und auch wenn sich mein Blog und Instagram eher in eine andere Richtung weiterentwickelt haben und nur noch seltener (im Vergleich zu früher) Beauty Posts kommen, ist das nach wie vor ein wichtiges Thema für mich. Zumal ich auch einige Kooperationspartner habe, von denen ich in regelmäßigen Abständen Produktneuheiten zugeschickt bekomme, die ich euch auch sehr gerne zeige. Ein Exklusiv Vertrag kommt für mich daher absolut nicht in Frage aber was mich so enttäuscht hat war die Art und Weise hinter dieser Anfrage. Die Firma wollte den Vertrag für komplette 12 Monate mit mir eingehen und als Vergütung für die exklusive Werbung in regelmäßigen Abständen hätte ich 1x die Pflegelinie als PR Sample erhalten, damit ich diese „in die Kamera halten kann“. Die Firma, mit der ich schon öfters erfolgreich zusammen gearbeitet habe, hätte mir für 12 Monate exklusive Werbung ausschließlich eine handvoll Produkte zukommen lassen. Von einer Bezahlung wurde abgesehen, denn dafür wäre kein Budget da gewesen. Stellt euch nun einmal vor, wie vielen Kooperationspartnern (die natürlich auch mein Einkommen absichern) ich innerhalb von 12 Monaten absagen hätte müssen und wie viel Geld dadurch verloren gegangen wäre. Heißt natürlich nicht, dass ich Kooperationen nur wegen dem Geld mache, aber dies stellt durchaus natürlich auch einen wichtigen Aspekt der Arbeit dar und dass ein Einkommen schlichtweg benötigt wird, ist bei jedem ja gleich. Von einer Firma mit der man öfters erfolgreich zusammen gearbeitet hat, hätte ich das nicht erwartet. Das ist schlichtweg reine Ausbeute und eine sehr dreiste Anfrage. Ich frage mich wirklich manchmal was in den Köpfen von PR Menschen los ist, dass sie so ein Angebot überhaupt unterbreiten und kein schlechtes Gewissen dabei haben, dass sie für so einen exklusiven Werbevertrag kein Budget anbieten.



HOCHZEITSKLEIDER AUS CHINA

Mein Blog ist frei von jeglichen Bannern und Banner Werbung, da ich in meiner Sidebar oder dem Layout (also dem Grundgerüst meines Blogs) keine Banner haben möchte. Banner Werbung lehne ich grundsätzlich auch ab, da ich nicht bereit bin mein Design zu zerstören und irgendwelche bunten und im schlimmsten Fall noch blinkenden Werbe-Kästchen einzubinden. Diese Info habe ich auch auf meiner allgemeinen „Kooperations-Seite“ im Blog stehen. Dennoch kommt seit 5 Jahren, jeden Monat immer wieder die gleiche Art von Anfrage. Nicht immer die gleiche Firma (zumindest namentlich) aber es geht jedes Mal um Ballkleider und Hochzeitskleider aus China. Diverse Firmen die diese Produkte anbieten fragen regelmäßig danach ob ich nicht einen Banner auf meine Website einbinde. Die ersten 2 Jahre habe ich das regelmäßig abgesagt und darum gebeten mich nicht mehr anzuschreiben und mich aus dem Verteiler zu nehmen – leider ohne Erfolg. Die restlichen 3 Jahre lösche ich diese Mails einfach direkt und wenn ich Glück habe, landen sie auch direkt im Spam Ordner. Da die Firmen so penetrant sind hat es mich rein Interessehalber mal interessiert, was für mich als Blogger überhaupt dabei rausspringen würde. Und jetzt haltet euch fest: Die Firmen (und jede von denen hatte das gleiche Angebot – also hängen sie wohl doch alle zusammen) hätten mir für 6 Monate Banner Werbung auf meinem Blog ganze 5 US$ bezahlt. Wow, also wenn das kein gutes Angebot ist, dann weiß ich auch nicht. Nein Spaß natürlich, abgesehen davon, dass ich Banner Werbung grundsätzlich nicht mache finde ich 5$ gesamt für 6 Monate wirklich nicht sehr wertschätzend und ich frage mich immer, wer solche Angebote annimmt. Aber die Einstellung zu solchen Thematiken ist ja von Person zu Person immer ganz unterschiedlich und individuell.


ELLA MARIA
Bekommt ihr auch oft unmögliche Angebote ?
Wie viele Kooperations-Anfragen lehnt ihr i.d.R. ab ?



Kommentare on "Blogger 1x1: Meine 5 „dümmsten“ Kooperationsanfragen – damit müssen sich Blogger, Influencer & Co wirklich rumschlagen"
  1. Also das mit den Hochzeitskleidern aus China kenne ich auch schon. Leider bekomme ich auch immer wieder solche Anfragen. Ich finde du hast das total gut in deinem Post dargestellt.
    Liebe Grüße
    Luisa von https://www.allaboutluisa.com/

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  2. Wir mag ihre Blog, und möchten mit Ihnen Kooperation machen, mehr können Sie abendkleider lang suchen.

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