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Body Positivity vs. Social Media Perfektion

27. Juni 2018

Hey & Hallo!
Ein paar Gedanken die mir seit einiger Zeit im Kopf herumschwirren. „Body Positivity“ und „Social Media Perfektion“ und der gnadenlose Drang uns selbst optimieren zu müssen. In Zeiten von Instagram und Social Media allgemein wird uns Frauen tagtäglich vor Augen geführt, wie ein perfektes Leben im Idealfall auszusehen hat. Und das wäre wie folgt: maximal Kleidergröße 36, sich mega „healthy“ und am besten sogar vegan ernähren, jeden Tag mindestens ein Workout zu machen und vor allem aber Job, Kind, Partnerschaft und Privatleben perfekt unter einen Hut zu bekommen. Und das alles natürlich stets top gestylt – denn an jeder Ecke wird uns der Perfektionismus aufgedrängt. Gerade erst vorgestern habe ich mal wieder einen Beitrag über das Thema „Body Positivity“ gelesen und es war nur einer von sehr vielen Artikeln, online und als Print. Es war ein Artikel der mich definitiv zum Nachdenken angeregt hat. Grundsätzlich ist „Body Positivity“ eine Bewegung die ich laut klatschend feiern würde. Um es noch einmal kurz zu verdeutlichen: „Body Positivity“ ist eine Bewegung die Frauen bestärkt sich im eigenen Körper wohl zu fühlen – und das egal bei welcher Kleidergröße. Wie gesagt, grundsätzlich eine richtig tolle Bewegung - wenn es da nicht Social Media geben würde!



Das größte Problem in unserer heutigen Zeit ist, dass uns an jeder Stelle vor Augen geführt wird wie es noch besser sein könnte. Seien es schönere Haare, ein attraktiverer Körper, eine tollere Wohnung, ein besserer Job, Vorgaben was man Essen darf und so weiter. Wie soll man denn all diesen Vorgaben als ganz normale Frau nur gerecht werden können ? Es ist quasi vorprogrammiert, dass sich Frauen dazu gezwungen fühlen sich mit genau diesen Idealen und Vorgaben zu vergleichen. Und das obwohl so ziemlich jedem eigentlich bekannt ist, dass es nicht nur eine Norm von Schönheit gibt und man nicht diesem einen, von den Medien geprägten, Ideal hinterher laufen sollte. 

Doch wie sollen die heutigen Teenager und jungen Frauen lernen, sich selbst zu lieben, wenn in den sozialen Medien einzig und allein sehr schlanke Körper gezeigt werden und mit „Body Goals“ Kommentaren überhäuft werden ? Selbst die Teenie Idole á la Dagi Bee, welche grundsätzlich zum Großteil ein gesundes Körpergefühl vermitteln (sollten), werden bei Fotos aus schlechten Winkeln als „fett“ betitelt, was mir einfach schleierhaft ist, da diese Personen von Grund auf einen sehr schlanken und zum Teil auch gesunden Körper haben. Wie soll man seinen eigenen Körper lieben, wenn einem im Instagram Feed vermeintlich nur noch Perfektion entgegen geworfen wird ? Wie soll das funktionieren, wenn jeder noch so kleine Makel als inakzeptabel gilt und zu unverschämten Kommentaren führt ? 



Doch es sind nicht einfach nur die Fotos die auf Social Media umher gehen, denn mittlerweile meint so ziemlich jeder er wüsste was perfekt ist. Und dies muss jedem der sein Leben (bzw immer nur einen Teil davon) öffentlich teilt, auf die Nase gebunden werden. Losgelöst davon, ob die Person nicht vielleicht ganz eigene Vorstellungen hat. Mittlerweile ist es leider Gang und Gebe geworden, dass andere Leute meinen besser über das eigene Leben Bescheid zu wissen als man selbst. Sie nehmen sich das Recht heraus mit Nachdruck Dinge zu fordern oder einem unverblümt harte Worte ins Gesicht zu schleudern. Alles Dank der Anonymität des Internets. Denn nur die aller wenigsten würde einem diese Worte auch ins Gesicht sagen, wenn sie vor einem stehen würden. 

Dennoch wird einem in der Online-Welt das Streben nach Perfektion fälschlicherweise ganz oft als Muss suggeriert. Und das geht auch über die Optik hinaus. Denn nicht der Körper „muss“ optimiert werden, sondern auch sämtliche andere Bereiche des Lebens – so geben es zumindest die Medien vor. Ich entdecke mich selbst auch manchmal dabei, wie ich mich zum Teil heillos überfordert fühle, in allen Bereich immer nur das „das Richtige“ tun zu müssen. An manchen Tagen geht das so weit, dass ich nicht einmal etwas auf Instagram posten möchte. Mit sich „pudelwohl fühlen“, hat das also schon längst nichts mehr zu tun.



Nicht die Kleidergröße ist das Problem, sondern der gnadenlose Drang uns selbst zu optimieren. Das eigene Wohlbefinden sollte ausnahmslos immer über dem einer vermeintlich „perfekten Gesellschaft“ stehen. Denn am Ende des Tages sieht man sich selbst im Spiegel an und ist mit sich und seinem Körper alleine und jeder muss selbst mit seinem Körper glücklich sein. Und sollte man das nicht sein, kann jeder selbst etwas daran ändern. Aber eben nur, wenn man selbst der Meinung ist und nicht weil man es von anderen gesagt bekommt. Denn wenn man mich frägt, dann gibt es schlichtweg einfach kein „perfekt“ – und das bei niemandem. Denn das Leben läuft nicht immer so rund und so rosa, wie es auf Instagram rüberkommt. Man sollte immer seine eigenen Entscheidungen treffen und sich nicht von unbekannten Außenstehenden in irgendeiner Form beeinflussen lassen. Auch hier habe ich selbst noch Verbesserungsbedarf und muss mir in manchen Bereichen größere Scheuklappen zulegen. Wie steht ihr dem Ganzen Thema gegenüber ? Lasst ihr euch zum Teil vielleicht ebenso beeinflussen oder steht ihr da komplett drüber und zieht euer Ding durch ?




ELLA MARIA
Wie steht ihr dem Thema Gegenüber ?
Lasst mir gerne eure Meinung da



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