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Ich kann nicht 'nichts' tun - Habe ich das Faulenzen verlernt ?

6. März 2018

Hey & Hallo!
Bei mir ist es so: Ich arbeite gerne, arbeite schnell und effizient. Ich bin super flink und bekomme eine Menge geschafft. Das ist aber auch ein Muss wenn man zwei Vollzeit-Jobs hat. Schließlich hat auch bei mir der Tag nur 24 Stunden. Seit nun fast 5 Jahren habe ich zwei Vollzeit-Jobs die jede Menge Aufmerksamkeit benötigen und mir manchmal alle Kraft abverlangen die ich aufbringen kann. Wenn ich es so aber nicht wollen würde, würde ich es nicht machen. Das sei einmal vorweg gesagt, dennoch sind zwei Jobs mehr als anstrengend wie man sich sicherlich vorstellen kann.

Ich habe im letzten Jahr schmerzlich feststellen müssen, dass ich mir selbst mehr Pausen und Auszeiten zugestehen muss um nicht völlig am Rad zu drehen. Im letzten Jahr stand ich kurz vorm Burnout und habe gerade noch rechtzeitig die Reißleine gezogen und viele gravierende Dinge in meinem Leben umgestellt und umgekrempelt. Grundsätzlich bin ich von der Fraktion "Ich kann nicht nichts tun". Ich stehe meist den ganzen Tag unter Strom und habe einen riesigen Tatendrang und eine Menge Energie - auch wenn ich einmal wenig Schlaf hatte und relativ müde bin. Irgendwie müssen sich zwei Jobs, Freunde, Beziehung, Freizeit und Haushalt ja auch unter einen Hut bringen lassen, da bleibt letztlich keine Zeit zum Füße hochlegen und Zeit verplempern.


Der Umgang mit seiner eigenen Lebenszeit ist eine schwer erlernbare Kunst. Viele Lebensbereiche beschleunigen sich sowohl im realen als auch im virtuellen Leben und dennoch suchen immer mehr einen Ausweg aus der Alltags Hektik und dem ständigen Drang zum Aktionismus. Doch das ist leichter gesagt als getan. An der Umsertung zur Entschleunigung hapert es bei den meisten. Bei euch vielleicht auch ?

Die Top Five Freizeitaktivitäten der Deutschen sind gemäß einer Studie von vor ein paar Jahren das Fernsehen, Radio hören, telefonieren, Zeitung lesen und im Internet surfen. Faulenzen gehört nicht dazu, wobei bei den meisten Menschen (mit knapp 85%) das Faulenzen beinahe nahtlos mit den Top Five Freizeitaktivitäten verschmilzt und somit schon fast verwechselt wird. Auch mir geht es so: Ich selbst sehe es als Faulenzen wenn ich mich mit YouTube Videos auf dem aktuellen Stand halte, im Internet nach Artikeln recherchiere für neue Blogpost Ideen oder durch meine Instagram Timeline scrolle - all das sind für mich Dinge die ich nebenbei und ganz selbstverständlich mit in meinen Tagesplan unterschiebe und es nicht als Freizeitaktivität betrachten würde.

In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage was bedeutet "nichts tun" eigentlich ? Einfach da sitzen und Löcher in Luft starren ? Haben wir in der heutigen schnelllebigen Zeit das Faulenzen verlernt ?



Viele Psychologen und Persönlichkeitstrainer raten schon längst dazu, dass wir mehr Innehalten sollten und eine Zeit lang einfach mal absolut nichts tun sollten. Das klingt so einfach, kostet aber dennoch Überwindung. Schließlich ist zum einen das Faulenzen in der westlichen Kultur schon längst verpönt zum anderen fühlt man sich schnell schuldig, wenn mich nicht irgendwie eine Beschäftigung hat. Schnell kann der Eindruck entstehen, man bekäme sein Leben nicht auf die Reihe, wenn man zB anstatt dem anstehenden Haushalt einfach mal die Füße hochlegt.

So ist es zumindest bei mir persönlich. Es gibt immer etwas zu tun - egal ob es staubsaugen ist, in die Badewanne zu gehen und die neue Lieblingsserie weiter zu suchten, Termine verwalten, Zahlungseingänge überprüfen, die nächste Reise planen oder das fotografieren von Produkten für den neuesten Blogpost ist. Ich habe das Gefühl ständig "on the run" zu sein und gar nicht mehr richtig zur Ruhe kommen zu können - oder ich weiß nicht mehr was Ruhe wirklich bedeutet, wäre natürlich auch eine Möglichkeit.


Ich habe das Gefühl ich habe gar keine Zeit um nichts zu tun! Kennt ihr dieses Gefühlt auch ? Wie sieht das bei euch aus ? Seit ihr auch ständig unter Strom und habt immer etwas zu tun oder könnt ihr ohne Probleme auf der Couch sitzen und nichts tun ? Wie geht ihr im allgemeinen mit diesem Thema um ?

Die Bilder sind übrigens bereits etwas älter und zwar noch von Januar und stammen aus meinem Mädels Wochenende in München mit Denise. Daher lasst euch nicht von der Haarfarbe irritieren, ich bin nach wie vor aktuell blond. Falls ihr den Beitrag noch nicht gesehen habt, dann schaut unbedingt mal vorbei, wir hatten eine richtig tolle Zeit mit definitivem Wiederholungsbedarf!



ELLA MARIA
Wie sieht es bei euch mit dem Thema aus ?
Gehört ihr auch zur Fraktion "nicht nichts tun" ?

Kommentare on "Ich kann nicht 'nichts' tun - Habe ich das Faulenzen verlernt ? "
  1. Oh ok bei zwei VZ Jobs kann ich das irgendwie verstehen. Ich habe "nur" einen und ich kann wunderbar nichts tun. Also nichts tun ist für mich aber auch eben nicht "Löcher in die Luft gucken" sondern dann halt Serie/Film gucken und das mache ich eigentlich auch jeden Abend etwas. Ich gehöre nicht zu den totalen Ordnungsfanatikern, daher kann ich den Haushalt auch mal Haushalt sein lassen, wenn ich grad nicht mag. Klar mache ich immer was zwischendurch (und bei Katzen kann man das Staub saugen auch nicht so lange aufschieben), aber Dinge die es im Haushalt zu tun gibt würden sich wohl immer finden und das kann ich gekonnt dann auch mal ignorieren ^^

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    1. Ach liebe Steffi, kannst du mir mal ein Stück von deiner Gelassenheit abgeben ??? ♥

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  2. Ich kann deinen Post echt verstehen! Mir geht es oft genauso und ich glaube, es ist verschwendete Zeit sich einfach auszuruhen. Dennoch ist es ja wichtig sich auch zu erholen und mal ein bisschen die Seele baumeln zu lassen. Das fällt in der heutigen Smartphone-Zeit einfach schwer. Es gibt ja immer was tolles zu posten und ach, das könnte ich auch noch machen!

    Da muss sich echt Zeit nehmen, um eben mal nichts zu tun :)

    Lieben Gruß
    Anne <3

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    1. Ja das stimmt ♥ Gebe dir da absolut recht

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